bonjour und au revoir – das war Paris 2007

Photo aus dem Centre Pompidou Wie die letzten 3 Jahre war ich auch in diesem Jahr wieder in Paris – zufälligerweise immer in jener Woche, wo auch die Apple Expo Paris stattfindet :) Während ich in den letzten Jahren immer die Bahn zur Anreise nutzte (schließlich gab es von der Bahn damals noch die 39 Euro Schlafwagenangebote), bin ich diesesmal geflogen.Hier nun schlagwortartig das wichtigste von der Abfahrt bis zur Ankunft in Paris):

  • ich buchte bei SkyEurope, da sie das günstigste Angebot für meine geplanten An- und Abfahrtstage hatten
  • der Flug kostete 140 Euro (Hin- & Rückflug), das ist zwar teurer als früher mit der Bahn (78 Euro), jedoch ist die Zeitersparnis enorm: Flugzeug: 1h 55min; Bahn: 12h 19min
  • die Bahn hat allerdings den Vorteil, dass man direkt im Stadtzentrum ankommt – am Gare de l’Est, gleich gegenüber hatte ich früher mein Standard-Hotel, somit superbequeme Anreise; da die SkyEurope am kleineren Flughafen Orly landet, ist dies jedoch kein allzu großer Nachteil, da es eine Busverbindung zum Bahnhof Denfert-Rochereau gibt, der einen Metro-Anschluß hat. Deutlich länger dauert es für Flugreisende, die am anderen Flughafen Charles de Gaulle landen
  • man bekommt kein Ticket von SykEurope per Post oder digital zum Ausdrucken, sondern eine Buchungsnummer, mit derer dann beim Check-in ein Ticket ausgedruckt wird
  • während SkyEurope 2 Check-ins in Wien hat, hat die AUA 35 Check-ins (natürlich ist mir klar, dass die AUA mehr haben muss, 35 Check-ins erscheinen mir dann aber trotzdem etwas übertrieben, wohl ein Überbleibsel aus einer Zeit, wo es noch keine Diskonter gab)
  • der Pass muss bei SkyEurope Passagieren gültig sein, auch wenn der Zielflughafen abgelaufene Pässe erlaubt (zB. Frankreich, max. 5 Jahre abgelaufen), siehe auch dieser Blog-Eintrag von mir
  • bekannt ist wohl den meisten, dass 2 Stunden vor dem Abflug der Check-in öffnet, 30 Minuten vor dem Flug wird er wieder geschlossen (danach wird niemand mehr zum Flug zugelassen)
  • SkyEurope gestattet 20kg aufgegebenes Gepäck je Passagier, das Handgepäck wiederum darf nicht größer als 55x20x40cm sein
  • Tipp: da sich alle Reisekoffer irgendwie ähnlich sehen, sollte man etwas daran befestigen, damit er bei der Gepäcksausgabe leichter auffällt, ich hatte zB. rote Tixostreifen um die Handgriffe gewickelt
  • in der Zwischenzeit wohl jedem bekannt: man darf nicht mit Getränkeflaschen oder einzelnen Flüssigkeiten (egal ob Gel, Zahnpaste, Handcreme) durch die Passkontrolle (Ausnahme: wenn nicht mehr als jeweils 100ml und in einer Plastikhülle verpackt), generelle Ausnahmen gibt es für Medikamente und Babynahrung, es ist jedoch kein Problem, danach im Duty-free Bereich Getränke zu kaufen und mit ins Flugzeug zu nehmen
  • apropos Getränke – bei SkyEurope gabs an Bord natürlich kein kostenloses Essen (interessanterweise hatten meine Eltern allerdings ein Essen, als sie vor einem halben Jahr von Bratislava aus ebenfalls mit SkyEurope nach Paris flogen)
  • apropos Duty-free: eigentlich sollten Duty-free-Produkte um die MwSt. (und anderen Abgaben) günstiger sein als im normalen Handel, deswegen habe ich mir zwei Produkte herausgepickt für einen Preisvergleich:Zeitschrift “Asterix auf Korsika”: im Duty-free-Shop: um die 10 Euro; bei lion.cc: 5 EuroDark Chrono von Swatch: im Duty-free-Shop: knapp unter 100 Euro; bei einem Wiener Juwelier 120 Euro
  • während es beim Handgepäck strenge Regeln gibt, darf man im normalen Gepäck neben Getränken jedoch auch Sachen wie Waffen und Munition (übrigens max. 5kg :) mitführen, anscheinend sind die Türen zum Frachtbereich sehr gut gesichert. Geräte wie Fahrräder, Surfbretter, Tauchausrüstung oder auch Musikinstrumente sind ebenfalls kein Problem – kostet jedoch durchschnittlich 20 Euro Aufpreis
  • nett war auf der SkyEurope-Homepage die Beschreibung der erlaubten Tiere: sauber, gesund und harmlos
  • der Flug an sich war sehr angenehm, wenn man nicht rausschauen würde und es den Start in die Höhe nicht geben würde, könnte man keinen Unterschied zur Bahn entdecken, dabei fliegt man auf 12.000m Höhe mit einer Geschwindigkeit von 800km/h
  • die Besatzung inkl. Kapitän hatte einen osteurop. Akzent, was keine Kritik sein soll, aber ein Hinweis darauf ist, wo und wie SkyEurope unter anderem spart
  • ein Vorteil der meisten Billigflieger ist, dass sie auch eine recht neue Flugzeugflotte haben, mit all den Vorteilen, die neuere Flugzeuggenerationen mit sich bringen (Lärmschutz, Aerodynamik bei Turbulenzen, usw.)
  • wie weiters oben bereits angeführt, bin ich auf dem Flughafen von Orly gelandet, der sich ca. 18km südlich von der City befindet. Mit dem Orlybus, der vor dem Flughafengebäude seine Station hat (Gate H, Bahnsteig 4), gelangt man dann für 5,50 Euro zum Bahnhof Denfert-Rochereu, der einem dank Metro (U-Bahn) dann so ziemlich überall in Paris hinbringen kann

An meinem ersten Tag in Paris besuchte ich die Apple Expo, die sich auf dem Messegelänge Porte de Versailles, befand. Einen Bildbericht gibt es in meinem Webalbum bei Google Picasa, hier nun schlagwortartig die auffälligsten Produkte:

  • die Messe an sich war wieder sehr iPod-lastig, es gab zwar auch iPod-freie Zonen wie die Messestände von Quark, Adobe und Microsoft, dies war aber eher die Ausnahme
  • bei Festplattengehäuse sieht man wieder den starken Einfluss, den Apple auf die Peripheriegerätehersteller hat; kam ein Festplattengehäuse, dass nicht in der Optik eines Mac Pro daherkam
  • am spannendsten beim iPod-Zubehör sind naturgemäß die Lautsprechersysteme, meiner persönlichen Einschätzung nach sind die Systeme von Bose zu teuer für die gebrachte Leistung (iTeufel ist da besser), wer Lautsprecher mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis sucht, wird bei Logitech fündig
  • witzig war das Lautsprechersystem von Altec Lansing, dass wie ein altmodischer Wecker aussieht, anstatt des Ziffernblatts hat man jedoch einen Slot für den iPod, die Tasten zum Beenden des Alarms befinden sich, wie man es von früher gewohnt ist, links und rechts oben
  • auch etwas anders als der sonstige Lautsprechereinheitsbrei: eine iPod-Tasche mit Lautsprechern außen
  • eine franz. Startup-Firma zeigte eine seltsam aussehende Eingabegeräte, die speziell für Videoschnittprogramme entwickelt wurden
  • Microsoft präsentierte eine “sneak peak” auf Office 2008
  • Audi und BMW mini präsentierten die iPod-Fähigkeiten Ihrer Autos

Am Nachmittag und auf den darauf folgenden zwei Tagen besuchte ich unter anderem (auch dazu gibt es ein eigenes Album bei Google Picasa):

  • die Kathedrale Notre-Dame (erstmals auch drinnen, dank Schlechtwetter waren kürzere Touristenschlangen als sonst), Baubeginn 1163; Platz für 10.000 Personen; bekannt auch für die grotesken Wasserspeier, die als Statuen auf den Kirchenmauern platziert sind (und die wohl Victur Hugo zu seinem Roman “Der Glöckner von Notre Dame” inspiriert haben, wobei der Roman wiederum dafür gesorgt hat, dass die Kirche mehr öffentliche Aufmerksamkeit bekam und durch Spendengelder vorm Verfall gerettet werden konnte), die Orgel besteht aus 7.800 Orgelpfeifen
  • weiters die Kirche Saint-Sulpice (Messgewänder, sakrale Gegenstände), Baubeginn 1858
  • einen Platz, der bereits weihnachtlich beschmückt war
  • das Schloß Château de Vincennes – der darin befindliche Turm ist der höchste (50m) befestigte Turm aus dem Mittelalter; war früher nicht nur der Sitz von Königen, sondern wurde auch als Gefängnis verwendet (allerdings in erster Linie für berühmte Gefangene wie in Ungnade gefallene Schriftsteller und nicht für “normale” Gefangene), im Burggraben wurde 1917 Mata Hari erschossen
  • Centre Pompidou – erbaut 1977, neben zwei ständigen Ausstellungen (Museum der Modernen Kunst mit bedeutenden Kunstwerken des 20. Jahrhunderts und ein Zentrum für Industrie-Design) gibt es im obersten Stockwerk sich abwechselnde Ausstellungen; als ich dort war, wurde Werke von Víctor Erice and Abbas Kiarostami gezeigt; die Filme waren für mich eher unspannend, da mit spanischer Tonspur und franz. Untertiteln :) ; das WC hatte ein schon etwas sehr schummriges Licht; angenehm hingegen waren die WLAN-Bereiche, die man kostenlos nutzen konnte
  • den Friedhof Père Lachaise, der für die vielen dort beerdigten Berühmtheiten bekannt ist, zB. Frédéric Chopin, Jim Morrison und Édith Piaf

Sonstige Anekdoten:

  • habe gelernt, wie man Crêpe macht – Crêpe ist zwar auf den ersten Blick unserer Palatschinke sehr ähnlich, bei genauerem Hinsehen gibt es aber doch große Unterschiede: es wird eine ganz andere Mehlart verwendet, wenn der Crêpe nicht süßlich schmecken sollte, wird nicht Milch sondern Wasser dazugegeben; die Crêpe-Blätter sind typischerweiße dünner als bei Palatschinken und werden in der Mitte zusammengefaltet und nicht zusammengerollt; die Befüllungsmöglichkeiten sind mannigfaltig – von Fleisch-/Gemüsekombinationen bis zu Bananenstückchen mit Nutella ist alles möglich
  • selten stimmt ein Klischee so sehr wie bei “Franzosen & Baguette” – in der Früh hat jeder zweite oder dritte Franzose eines in der Hand, an jeder zweiten Hausecke gibt es eine Bäckerei
  • dass man in franz. Gasthäusern kostenlos zum Essen einen Krug Wasser erhält (und bei Bedarf auch kostenlos nachgefüllt wird), wusste ich bereits, dieses Jahr ist mir aber erstmals aufgefallen, dass dies auch für den Korb mit Baguettestückchen zutrifft
  • Paris hat das größte U-Bahnnetz der Welt, trotzdem bleibt es sehr übersichtlich, auch für Touristen, ungewohnt für nicht-Pariser ist jedoch der Geruch in den U-Bahngängen, die durch den Abrieb der Gummireifen der U-Bahnen entsteht und dass es in den Gängen und den U-Bahnwaggonen selbst zieht “wie in einem Vogelhaus” (bei uns bekommen die Fahrgäste ja bereits Panikattacken, wenn man die Fensteröffnungen nur etwas aufschiebt)
  • in Paris gibt es deutlich weniger Hundehäufchen als in Wien, mindestens um den Faktor 1.000 weniger
  • warum es den Begriff Weltstadt gibt und warum Paris dieses Prädikat hat, erkennt man eigentlich bereits nach einem Tag

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